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  • Edition köln progressiv 1920–33

    Franz Wilhelm Seiwerts Aquarell Entwurf zu dem Glasmosaik Welt der Arbeit
    in exklusiver limitierter Auflage.

    Für gewöhnlich sind Entwürfe zu großen künstlerischen Arbeiten kaum mehr als eine trockene Zusatz informa tion für Forscher oder besonders interessierte Betrachter. In ganz seltenen Fällen jedoch können sie mehr sein als nur Studie und Skizze. Dann entfalten sie einen Eigenwert, der sie von ihrem Dasein als Handlanger befreit und ihnen einen eige nen Platz in der Kunst geschichte zuweist.

    So ein Fall ist der „Entwurf zu dem Glasmosaik“ von Franz W. Seiwert. Der Kölner Künstler reichte ihn im Oktober 1932 bei einem Wettbewerb für ein neues Fenster im damaligen Kunstgewerbemuseum ein – und gewann. Dem ausgefertigten Glasmosaik war allerdings kein besonders langes Leben beschieden. Bereits 1935 wurde es von der Gauleitung der NSDAP Köln-Aachen beschlagnahmt und gilt – wie übrigens viele Arbeiten des verfemten Künstlers – als verschollen. 

    Einzig am Entwurf ist nachzuvollziehen, wie das 1,65 x 2,45 Meter große Fenster einmal aussah. Zu erkennen ist eine Reihe von Szenen aus der „Welt der Arbeit“. Seiwert zeigt Fabriken und ihre Arbeiter, Felder und Tiere mit den Bauern, die sie bewirtschaften, die Schifffahrt mit einem Seemann. Dass die Welt der Arbeit nicht von der Welt der Arbeiter zu trennen ist, wird nicht nur in der übergroßen zentralen Figur deutlich, sondern auch in den Bildern von Kleinfamilie und Kollektiv in der oberen rechten Ecke. Wie die anderen Figuren auch, sind sie nicht als Individuen zu erkennen, ja nicht einmal von ihrem Nachbarn zu trennen. Sie gehen ebenso ineinander auf wie sie mit ihrer Umgebung verschmelzen: Kein Mensch ist von seinem Nachbarn, keine Industrie von einer anderen zu trennen. Alles hängt mit allem zusammen und ist vom Menschen selbst zu gestalten. Am Vorabend des „Dritten Reichs“ skizziert uns Seiwert in diesem kleinen Aquarell seine ganze Utopie von menschlicher Gesellschaft. Hier findet jeder Mensch seinen natür lichen Platz – unabhängig von Geschlecht, Hautfarbe und Herkunft.

    Es ist interessant, dass Seiwert sich in diesem großen Mo saik für eine Zusammenstellung vieler kleiner Szenen entscheidet. Teilweise sind sie genaue Zitate eigener Bilder, die zwischen 1922 und 1931 entstanden. So geht die Gruppe oben rechts auf das Ölgemälde „Masse“ zurück, links von der zentralen Figur findet sich eine stark verkleinerte Fassung des „Architekten“. Obwohl Seiwert die Größe anpasst und die Farben vereinheitlicht, sind doch nur wenige Abweichungen zu den bereits vorhandenen Gemälden zu erkennen. Ursprünglich in sich geschlossene Werke führt der Künstler also in einen größeren Zusammenhang ein und schafft damit eine Art programmatische Werkschau seiner wichtigsten Gemälde.

    Als Teil der Künstlergruppe „Kölner Progressive” rang Seiwert um eine möglichst einfache, allgemeinverständliche Formensprache. Und so funktioniert auch unser Aquarell wie eine kleine Bildergeschichte, die von jedem Kind zu entschlüsseln ist. Die Verbindung von klaren Formen und komplexen Inhalten zeichnet dieses einzigartige Aquarell aus.

  • Franz Wilhelm Seiwert Entwurf zu dem Glasmosaik
    Museum Ludwig Köln, Grafische Sammlung Welt der Arbeit, um 1931/32, Aquarell und Bleistift, 40 x 60 cm



    Mit Hilfe modernster Scan-Technologie haben das Museum Ludwig und die LUP AG gemeinsam eine Reproduktion in bestechender Qualität geschaffen, die direkt vom Original digitalisiert und farblich an die originale Vor lage angepasst wurde. Das so entstandene Faksimile stellt eine nahezu exakte farbliche Wiedergabe des Originals dar und wurde mit lichtbeständigen Spezialtinten auf alterungsbeständigem Papier Photo Rag® 308g/m2 der Firma Hahnemühle gedruckt.

    Franz Wilhelm Seiwerts Aquarell Entwurf zu dem Glasmosaik Welt der Arbeit erscheint in einer auf 150 Exemplare limitierten Ausgabe. Es wird in Passepartout und Rahmen zusammen mit einem Echtheitszertifi kat, vom Direktor unterschrieben, geliefert. Der Preis beträgt 350,00 EUR pro Stück.

    Die Bezahlung erfolgt gegen Rechnung. Nach Zahlungseingang erhalten Sie das Faksimile nach Verein barung im Museum Ludwig. Ein Versand erfolgt nicht.


    Information und Bestellung:

    Museum Ludwig
    Astrid Bardenheuer
    Heinrich-Böll-Platz
    50667 Köln
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